Künstlersuppe
Oft und gerne mache ich eine simple cremige Gemüsesuppe, die ein wunderbares Opfer für meinen kreativen Gestaltungsdrang ist.
Ich bemale die Suppe mit Sahne, manchmal “klebe” ich auch Nordseekrabben, Speckwürfelchen oder Wurststückchen in netten Mustern ein und verwende andere leckere und optisch interessante “Strukturmittel” wie Kräuter und Gewürze.
Meine Künstlersuppe ist ein essbares Gemälde. Vielleicht merkst du daran, dass ich gerne male, aber leider momentan zu wenig Zeit dafür habe…

Dreimal Künstlersuppe: abstrakt und Portraitsuppe *ggg*
Bei dieser Suppe sind die Farben genauso wichtig wie der Geschmack. Gerne mache ich eine grüne Suppe, dann stürze ich mich in den Garten, fange das ganze wild wuchernde Mangold ein und verwandle es nach Anschwitzen in Butter oder Olivenöl mit Kartoffeln zu einer cremigen Suppe.
Ein interessantes Farbtönchen, das ich als rosa-bräunlich und leckerer schmeckend als es aussieht beschreiben würde, bekommt die Suppe mit Rote-Rübe-Blättern, am besten halbe-halbe mit Mangold. Sehr gut drin machen sich darin gekochte Rote Rübenstücke, die interessante violette Schlieren hinter sich ziehen. Wenn du auch eine Rübe mit pürierst, bekommst du ein schönes lilarotes Süppchen.
Das Hauptmotiv male ich mit Sahne und damit es nicht untergeht, muss die Suppe eine gewisse Dicke haben.
Meist male ich in einem schwungvollen zusammenhängenden “Strich” ein Gesicht, ein Profil, Phantasiewesen oder ein Muster, das ich dann mit einem Löffelstil marmoriere.
Die gemalten Köpfe bekommen Bartstoppeln und Frisuren aus Schnittlauchröllchen oder Petersilienlocken, es wachsen Blumen auf meiner Suppe und manchmal entstehen auch abstrakte Gemälde.
Schon lange möchte ich die Sahne mit Gewürzen “abtönen” um mit mehreren Farben zu malen
Mein Mann mahlt sich immer noch frischen Pfeffer auf die Suppe und jedes Mal denke ich, das Gesicht fängt bestimmt gleich an zu niesen… aber es sieht eher wie Bartstoppeln aus. Dann rührt er alles zusammen, während ich es interessant finde, wenn jeder Löffel anders schmeckt und auch das Bild nach jedem Löffel anders aussieht.
Diese Künstlersuppe servierte ich auch unseren Künstlerfreunden, die das Konzept so lecker fanden, dass sie um eine Wiederholung der Auflage baten.
Hier ist das Rezept für die Suppe:
1 mittelgroßer Lauch oder eine entsprechende Menge anderes Gemüse, vorzugsweise in einer einzigen Farbe
3-4 mittelgroße Kartoffeln, wenn möglich, mehlige
Butter oder Olivenöl
Wasser, nach Bedarf
Ach ja, Meersalz ist am schönsten dazu.
Bei Mangold sehr lecker: einige Zehen Knoblauch
Suppeneinlage, wenn gewünscht:
Wurststückchen oder Speck- bzw. Schinkenwürfelchen
Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden. Wenn Knoblauch rein soll, schnippel ihn in einige Stückchen.
Die Kartoffeln schälst du und transformierst du in kleine Stücke. So muss alles nicht so lang kochen.
Erhitz’ das Öl bzw. die Butter in einem großen Topf und wenn er rein soll, bräune den Knofl ganz vorsichtig. Wenn er gerade hellbraun wird, sollten die Gemüsestückchen gerade in den Topf gewandert sein. Brutzel alles schön an und rühr schön, damit jedes Gemüsestückchen mal einen Moment unten am Topfboden etwas Hitze abbekommen hat. Wirf die Kartoffelstückchen dazu.
Dann lösch das Gemüse mit dem Wasser ab, so dass alles gut bedeckt ist. Salze, aber lieber vorsichtig und mehrmals. Auch mit dem Wasser sei vorsichtig und kippe lieber beim oder nach dem Pürieren nach, sonst wird die Suppe zu dünn.
Lass alles köcheln, bis die Kartoffeln weich sind, dann atomisiere die Suppe gut mit dem Pürierstab oder im Mixer.
Dann wirf die Einlage in die Suppe und lass sie etwa 5 Minuten köcheln oder ziehen.
Schwupps in die Rahmen, äh Teller mit der Malunterlage und in der Zwischenzeit hast du schon die Malutensilien vorbereitet:
Sahne, eventuell mit Paprika oder Tomate angefärbt
Olivenöl
Schnittlauchröllchen, gehackte Kräuter oder leckere Blüten
Nordseekrabben oder ähnliches Seegetier, was besser erst am Schluss auf die Suppe kommt
Paprikapulver
Ich fang immer mit der Sahne an, aber du kannst auch zuerst die festen Substanzen aufkrümeln.
Sahne oder Öl sollten in einem Gefäß sein, mit dem du einen guten glatten Starahl gießen kannst.
Mit der Sahne oder den Ollivenöl zeichne in einer durchgehenden schnellen “Linie” zuerst einen mehrfachen Kreis, der dann oben in die Mitte ein Zickzackprofil bildet. Ende ist der linke Mundwinkel. Dann gib ihm Augen, mit Sahnetropfen oder mit Krabben oder vielleicht Olivenscheiben.
Schnittlauch wird meist zu Bartstoppeln und Stoppelfrisuren, Paprika zu roten Bäckchen und Sommersprossen.
Lass deiner Phantasie freien Lauf und keine Angst: Dieses Gemälde wird nicht lang rumstehen.
Wenn die Sahne untergeht, ist die Suppe zu dünn. Das ist schade, aber meist kommen dann Sahneblobs hoch, die interessante Muster ergeben. In diesem Fall kannst du die Suppe mit einem Teelöffelstiel marmorieren und ein abstraktes Gemälde damit kreieren. Schmeckt auch.






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