von Artist
Monika Sim


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Künstlersuppe

Oft und gerne mache ich eine simple cremige Gemüsesuppe, die ein wunderbares Opfer für meinen kreativen Gestaltungsdrang ist.

Ich bemale die Suppe mit Sahne, manchmal “klebe” ich auch Nordseekrabben, Speckwürfelchen oder Wurststückchen in netten Mustern ein und verwende andere leckere und optisch interessante “Strukturmittel” wie Kräuter und Gewürze.

Meine Künstlersuppe ist ein essbares Gemälde. Vielleicht merkst du daran, dass ich gerne male, aber leider momentan zu wenig Zeit dafür habe…

Dreimal Künstlersuppe: abstrakt und Portraitsuppe *ggg*

Bei dieser Suppe sind die Farben genauso wichtig wie der Geschmack. Gerne mache ich eine grüne Suppe, dann stürze ich mich in den Garten, fange das ganze wild wuchernde Mangold ein und verwandle es nach Anschwitzen in Butter oder Olivenöl mit Kartoffeln zu einer cremigen Suppe.

Ein interessantes Farbtönchen, das ich als rosa-bräunlich und leckerer schmeckend als es aussieht beschreiben würde, bekommt die Suppe mit Rote-Rübe-Blättern, am besten halbe-halbe mit Mangold. Sehr gut drin machen sich darin gekochte Rote Rübenstücke, die interessante violette Schlieren hinter sich ziehen. Wenn du auch eine Rübe mit pürierst, bekommst du ein schönes lilarotes Süppchen.

Das Hauptmotiv male ich mit Sahne und damit es nicht untergeht, muss die Suppe eine gewisse Dicke haben.

Meist male ich in einem schwungvollen zusammenhängenden “Strich” ein Gesicht, ein Profil, Phantasiewesen oder ein Muster, das ich dann mit einem Löffelstil marmoriere.

Die gemalten Köpfe bekommen Bartstoppeln und Frisuren aus Schnittlauchröllchen oder Petersilienlocken, es wachsen Blumen auf meiner Suppe und manchmal entstehen auch abstrakte Gemälde.

Schon lange möchte ich die Sahne mit Gewürzen “abtönen” um mit mehreren Farben zu malen

Mein Mann mahlt sich immer noch frischen Pfeffer auf die Suppe und jedes Mal denke ich, das Gesicht fängt bestimmt gleich an zu niesen… aber es sieht eher wie Bartstoppeln aus. Dann rührt er alles zusammen, während ich es interessant finde, wenn jeder Löffel anders schmeckt und auch das Bild nach jedem Löffel anders aussieht.

Diese Künstlersuppe servierte ich auch unseren Künstlerfreunden, die das Konzept so lecker fanden, dass sie um eine Wiederholung der Auflage baten.

Hier ist das Rezept für die Suppe:
1 mittelgroßer Lauch oder eine entsprechende Menge anderes Gemüse, vorzugsweise in einer einzigen Farbe
3-4 mittelgroße Kartoffeln, wenn möglich, mehlige
Butter oder Olivenöl
Wasser, nach Bedarf
Ach ja, Meersalz ist am schönsten dazu.
Bei Mangold sehr lecker: einige Zehen Knoblauch

Suppeneinlage, wenn gewünscht:
Wurststückchen oder Speck- bzw. Schinkenwürfelchen

Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden. Wenn Knoblauch rein soll, schnippel ihn in einige Stückchen.
Die Kartoffeln schälst du und transformierst du in kleine Stücke. So muss alles nicht so lang kochen.

Erhitz’ das Öl bzw. die Butter in einem großen Topf und wenn er rein soll, bräune den Knofl ganz vorsichtig. Wenn er gerade hellbraun wird, sollten die Gemüsestückchen gerade in den Topf gewandert sein. Brutzel alles schön an und rühr schön, damit jedes Gemüsestückchen mal einen Moment unten am Topfboden etwas Hitze abbekommen hat. Wirf die Kartoffelstückchen dazu.

Dann lösch das Gemüse mit dem Wasser ab, so dass alles gut bedeckt ist. Salze, aber lieber vorsichtig und mehrmals. Auch mit dem Wasser sei vorsichtig und kippe lieber beim oder nach dem Pürieren nach, sonst wird die Suppe zu dünn.

Lass alles köcheln, bis die Kartoffeln weich sind, dann atomisiere die Suppe gut mit dem Pürierstab oder im Mixer.

Dann wirf die Einlage in die Suppe und lass sie etwa 5 Minuten köcheln oder ziehen.

Schwupps in die Rahmen, äh Teller mit der Malunterlage und in der Zwischenzeit hast du schon die Malutensilien vorbereitet:

Sahne, eventuell mit Paprika oder Tomate angefärbt
Olivenöl
Schnittlauchröllchen, gehackte Kräuter oder leckere Blüten
Nordseekrabben oder ähnliches Seegetier, was besser erst am Schluss auf die Suppe kommt
Paprikapulver

Ich fang immer mit der Sahne an, aber du kannst auch zuerst die festen Substanzen aufkrümeln.

Sahne oder Öl sollten in einem Gefäß sein, mit dem du einen guten glatten Starahl gießen kannst.

Mit der Sahne oder den Ollivenöl zeichne in einer durchgehenden schnellen “Linie” zuerst einen mehrfachen Kreis, der dann oben in die Mitte ein Zickzackprofil bildet. Ende ist der linke Mundwinkel. Dann gib ihm Augen, mit Sahnetropfen oder mit Krabben oder vielleicht Olivenscheiben.
Schnittlauch wird meist zu Bartstoppeln und Stoppelfrisuren, Paprika zu roten Bäckchen und Sommersprossen.

Lass deiner Phantasie freien Lauf und keine Angst: Dieses Gemälde wird nicht lang rumstehen.

Wenn die Sahne untergeht, ist die Suppe zu dünn. Das ist schade, aber meist kommen dann Sahneblobs hoch, die interessante Muster ergeben. In diesem Fall kannst du die Suppe mit einem Teelöffelstiel marmorieren und ein abstraktes Gemälde damit kreieren. Schmeckt auch.

Der Mensch lebt nicht von Wurst allein...oder auf die Rübe gekommen

… deshalb gabs bei mir vor einigen Tagen Rübenernte.

Seit Jahren versuche ich mich schon im Ziehen von Rüben aller art, also Wurzelgemüse. Radieschen, Rote Rüben und sone Dinger.

Bis dieses Jahr habe ich nie, aber auch NIE, mehr als ein bleistiftminendünnes Würzelchen geerntet…>:XX

Dann habe ich dieses Jahr zu schwerenMitteln gegriffen: Dem Dünger…|-|

Habe also die Möchtegern-Rüben ordentlich gefüttert, und siehe da, einige begannen, ihren Kopf zu entwickeln (oder was immer das für ein Teil ist).

Nun bin ich also raus ins Minigärtchen und habe den roten Kullerchen denGaraus gemacht:>

Hab sie alle einzeln und genüßlich rausgerupft:D

Seht mal, sehen doch nicht schlecht ausdie Kullerken, oder?? *stolzbin*

Um euch mal die Größen zu zeigen, hier nochmal die größte und die kleinste (Naja, die zweitkleinste… die allerkleinste war halb so groß und ich hab sie erst später wieder gefunden…)

Die Blätter lassen sich übrigens zu einer leckeren Suppe verarbeiten, die zeig ich später.

Habe ordentlich geschnippert und gekocht und nun sind die Ärmel in den unterschiedlichsten Rübenrosa-Tönen gemustert, so wie auch der Tisch… und die Rüben auch gleich fast ganz aufgemampft. mnjamm.

Tagliatelle alla mezzanotte Teil 2

So, nachdem wohl meine Pasta-Fotos wohl einigen Lesern den Mund wäßrig gemacht habe, haben sich einige Interessenten für das Rezept eingefunden…

Nun habe ich meinem talentierten Schotten das Rezept aus den Rippen gekitzelt, hier ist es:

für 2 Personen
Die Pasta

Zuerst ein Tipp zum Mehl:

Kein Hartweizenmehl nehmen!
Type 405 ist prima, am besten das italienische “Tipo 00 (Doppio zero)", das besonders fein ist und für Pizza und Pasta verwendet wird. Wir bekommen es übrigens im italienischen Supermarkt in Hamburg von einer schwäbischen Mühle :D

knapp100 gr Mehl (lieber etwas weniger als mehr)

1 großes Bio-Ei

1 Prise Salz (am besten sizilianisches Meersalz)

Mein Mann sagt, es ist ein wenig wie Zement mischen:

Das Mehl auf einem Brett zu einem Berg häufeln, ein Loch in die Mitte machen, das Ei hineingeben (die Schale vorher entfernen) und Salz dazu.

Das Ei im Mehlvulkan (daran erinnert dies mich immer) mit dem Finger (oder einer Kuchengabel) verrühren und nach und nach das Mehl einarbeiten, am besten gehts mit den Händen. Geduldig einige Minuten zu einem gleichmäßigen Teigkloß knautschen.

Der Kloß sollte sich weich und elastisch anfühlen und weder klebrig noch bröcklig trocken. Wenn er etwas zu trocken ist, ein WENIG Wasser einarbeiten und wenn er noch klebt, dann etwas mehr Mehl. Nach ein paar Mal bekommt man das allgemen gut hin.

Den Kloß zu einem Oval ausrollen, ca. 3-4 mm dick. Auch wenns noch nicht ganz so aussieht, dieses Oval wird zu genüged Pasta für zwei hungrige Mäuler.

Dann nehmen wir, wenn schnell gehen soll, die Nudelmaschine zum Ausrollen. Aber es wird wirklich besser, wenn die Pasta per Hand ausgerollt wird, die Konsistenz ist ganz anders! Aber um Mitternacht reicht die Maschine :)

Durch die Maschine drehen, zusammenfalten und wieder durch, für jede Stärke (von dick nach so dünn, wie gewünscht) ein paar Mal. Die Teigblätter mit dem Tagliatelleschneider der Maschine schneiden.

Finger unter die schön gekräuselten Pastastreifen (vorher etwas Mehl auf die Pasta streuen), auflockern und etwas fliegen lassen. Pasta freut sich drüber und schmeckt besser, wenn sie etwas fliegen darf, bloß nicht auf den Fußboden.

Nun darf die Pasta sich ausruhen, bis das Wasser kocht und die Sauce fertig ist.

Sauce “Alla Mezzaotte”

1/3 einer kleinen Zwiebel in feinwüfelförmigem Zustand
1 Knoblauchzehe, atomisiert

1 (wenn möglich frisches) Lorbeerblatt
1/3 frische Peperoncino/Chili, atomisiert (oder die Entsprechung in Pulver)
1/2 Teeloffel (getrockneten) Thymian

2 Teelöffel rotes Pesto (italienisches)
etwa 1/3 Glas Weißwein
knapp 100 g Hackfleisch (Sorte nach Gusto)
ca. 1/2 Tasse Tomaten-Passata
bis zu 1/3 Becher Sahne

1 Teelöffel Zucker oder Honig
Salz, am besten Meersalz aus Sizilien
1 TL Aceto Balsamico (nicht den ganz teuren!)
Olivenöl

Die Zwiebel in etwas Öl in der Pfanne schmurgeln lassen, bis sie anfägt, etwas braun zu werden, dann den Knoblauch dazu. Das Lorbeerblatt, den Thymian und das Pesto dazu und weiterschmurgeln.

Damit alle der wunderbaren Aromen geweckt und hervorgelockt werden, spendieren wir ihnen das Gläschen Weißwein, dann zischen und blubbern die Kräuter und der Knoblauch in ungeahnte Höhen der Aromaleiter. Ankommende Neugierige auf später vertrösten.

Wenn die Flüssigkeit größtenteils wieder verschwunden ist, das Fleisch drin anbrutzeln, bis es anfängt, etwas braun zu werden. Nun kann man auch noch den Aceto Balsamico dazutröpfeln.

Nun wirds Zeit für die Passata, den Honig bzw. Zucker und das Salz, sich in die Pfanne zu gesellen. Die Sahne möchte erst nach einigen Momenten dazu, wenn sich alles andere gut verbunden hat.

Die Sauce sollte etwas dünner sein, als sie auf der Pasta sein soll. Diese kommt im ganz knappen al dente - Zustand in die Pfanne und wird eine oder zwei Minuten in der Sauce zuende gegart. Auch die Pasta mag die Sauce und nimmt sie gierig auf.

Dann ganz kurz vor dem Servieren etwas Olivenöl extra vergine dazuträufeln, gut vermengen.

Mit frisch geriebenem Parmiggiano oder Grana Padano gekrönt ist es ein Mahl für einen König! …und es duuuftet…mmmh.

Nun braucht man nur noch alles an die inzwischen vom Duft angelockten gierigen Massen verfüttern :D Wenn man Glück hat (oder eine gut verschlossene Tür) bekommt man selber auch was ab ;)

Buon Appetito!

Ich würde mich freuen, mal von allen euren Nachkochversuchen zu hören.

Langes Arbeiten und Spaghettata a mezzanotte

Wenn man selbstständig arbeitet, heißt das allgemein wirklich, selbst und aständig zu arbeiten… und das beinhaltet oft die Nächte.

Da wir gerade bei wichtigen geschäftlichen Dingen sind, die viele Zahlen enthalten sind die Nächte lang und man schiebt das Essen auf “wenn das hier fertig ist” und “das hier” braucht dann zwei Stunden länger… XX(

Ich hab dabei übrigens festgestellt, daß ich gegen Zahlen allergisch bin! Mein Hirn verwandelt sich nach einer gewissen Dosis in Blumenkohl…|-|

Da ich ja diejenige bei uns bin, die die zahlen bändigen muß *ächz* und mein wunderbarer Mann ja ein ausgezeichneter Koch ist, war es dann endlich 10 Minuten vor Mitternacht soweit, gestern nacht (fast heut früh)

*ta-taaah!*
*türaufgeh*

(Anmerkung: es klapperte, wuselte und duftete die viertelstunde vorher ganz ordentlich)

Spaghettata a mezzanotte!!

Eigentlich waren es keine Spaghetti, sndern handgemachte Tagliatelle mit einer wunderbaren Sauce aber seht selber, ist das nichts, nach vielen Stunden Arbeit mit knurrendem Magen? *lechz*

Gut, ich laß euch ein bißchen nöher sehen…

Dann verschwand alles recht zügig, runtergespült von einem Gläschen Roten *glucker* *rülps*

(entschuldigt die komischen Farben, aber ich knipste nur schnell zwischendurch beim Futtern :P )

Sowas macht Arbeiten bis Mitternacht leichter, bloß leider wurden die Restzahlen danach bis heute morgen zurückgestellt, doch jetzt sind se fertig! *hops*

Hoffe ich hab euch jetzt nicht den Mund zu wäßrig gemacht… ich riech die Soße immer noch, wenn ich die Bilder sehe… es waren frische Chili, Sahne, Hackfleisch, Tomaten und frischer Gartenlorbeer drin! und lauter Parmigiano drauf…könnt ich schon wieder essen :roll:

Ist das nicht toll, wenn man jemanden hat, der wie ein Sternekoch kochen kann… und das kurz vor Mitternacht nach einem Streßtag?? Njamm!