von Artist
Monika Sim


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Vergleichende Wurstologie

So, nachdem ich alle hoffentlich mit meinem Ketchup-Beitrag angewärmt habe, komme ich nun zu meinem neuen Projekt:

Würste B)
Ich habe nachdem ich diesen Beitrag beantwortet habe, nämlich eine kreative Experimentierreihe eröffnet.

Ich begründete die vergleichende Wurstologie und begann gleich erste Expereimente mit Bratwürsten.

Der Hunger der Anwesenden machte es ein wenig beschwerlich, doch ich hatte Erfolg. Nachdem ich “wild” aufgeplatzte Bratwürste vielleicht nicht häßlich sondern eher langweilig fand, erinnerte ich mich an alte Zeiten, in denen ich Würsten schöne Muster verpasste.

Also stand ich wurstschnitzend in der Küche und nach dem Braten sahen meine Werke so aus:

Nur ein knapper Schnappschuß gelang mir, denn die hungrigen Horden in Form eines magenknurrenden Schotten standen schon mit der Gabel in der Hand hinter mir ;)

Aber ihr könnt meine erste Reihe künstlerischer Experimente ganz gut erkennen, hoffe ich. Ein paar künstlerische Schlitzchen ergeben doch hübsche Ergebnisse, nüch??

Und auch die Wurstologie kommt nicht zu kurz: Ergebnis (Nürnberger Bratwürstchen/gebrühte Bratwürste)

Lassen sich gut schnitzen und ritzen, das gleicht auch die Krümmung gut aus, wenn man sie rundum braun haben möchte.

Die Oberfläche wird vergrößert und lecker braun.

Dazu: Großer künstlerischer Wert, aber man kann und sollte sie auch essen, was etwa eine halbe Sekunde später auch geschah…:yes: njamm.

Heute nun geschah das zweite Experiment mit einigen Merguez, die ich vorher noch nicht kannte.

Diese sind im Gegensatz zu den Nürnbergern nicht vorher gebrüht und lassen Raum für neue künstlerische Experimente oder wurstologische Erkenntnisse (was in etwa das selbe sein kann)

Unter erneutem Drängeln der anwesenden Bevölkerung (meinem Holden) machte ich ein schnelles Schnappschpüsschen.

Ergebnis: Diese Dinger waren extralecker, wenn auch nicht so scharf wie gedacht.

Von links könnt ihr sehen:
traditionelles Einschneiden
Ziehharmonika-Schnitt
Freiform-Muster
Spiralschnitt
Noch ein Freiform-Muster
Drachenwurst

Na, wie findet ihr meine Wurstkunst? Sind es Künstlerwürstchen, Wurstkunst oder wurstologische Betrachtungen??? Gebt doch einfach euern Senf dazu!!!:>>

Tagliatelle alla mezzanotte Teil 2

So, nachdem wohl meine Pasta-Fotos wohl einigen Lesern den Mund wäßrig gemacht habe, haben sich einige Interessenten für das Rezept eingefunden…

Nun habe ich meinem talentierten Schotten das Rezept aus den Rippen gekitzelt, hier ist es:

für 2 Personen
Die Pasta

Zuerst ein Tipp zum Mehl:

Kein Hartweizenmehl nehmen!
Type 405 ist prima, am besten das italienische “Tipo 00 (Doppio zero)", das besonders fein ist und für Pizza und Pasta verwendet wird. Wir bekommen es übrigens im italienischen Supermarkt in Hamburg von einer schwäbischen Mühle :D

knapp100 gr Mehl (lieber etwas weniger als mehr)

1 großes Bio-Ei

1 Prise Salz (am besten sizilianisches Meersalz)

Mein Mann sagt, es ist ein wenig wie Zement mischen:

Das Mehl auf einem Brett zu einem Berg häufeln, ein Loch in die Mitte machen, das Ei hineingeben (die Schale vorher entfernen) und Salz dazu.

Das Ei im Mehlvulkan (daran erinnert dies mich immer) mit dem Finger (oder einer Kuchengabel) verrühren und nach und nach das Mehl einarbeiten, am besten gehts mit den Händen. Geduldig einige Minuten zu einem gleichmäßigen Teigkloß knautschen.

Der Kloß sollte sich weich und elastisch anfühlen und weder klebrig noch bröcklig trocken. Wenn er etwas zu trocken ist, ein WENIG Wasser einarbeiten und wenn er noch klebt, dann etwas mehr Mehl. Nach ein paar Mal bekommt man das allgemen gut hin.

Den Kloß zu einem Oval ausrollen, ca. 3-4 mm dick. Auch wenns noch nicht ganz so aussieht, dieses Oval wird zu genüged Pasta für zwei hungrige Mäuler.

Dann nehmen wir, wenn schnell gehen soll, die Nudelmaschine zum Ausrollen. Aber es wird wirklich besser, wenn die Pasta per Hand ausgerollt wird, die Konsistenz ist ganz anders! Aber um Mitternacht reicht die Maschine :)

Durch die Maschine drehen, zusammenfalten und wieder durch, für jede Stärke (von dick nach so dünn, wie gewünscht) ein paar Mal. Die Teigblätter mit dem Tagliatelleschneider der Maschine schneiden.

Finger unter die schön gekräuselten Pastastreifen (vorher etwas Mehl auf die Pasta streuen), auflockern und etwas fliegen lassen. Pasta freut sich drüber und schmeckt besser, wenn sie etwas fliegen darf, bloß nicht auf den Fußboden.

Nun darf die Pasta sich ausruhen, bis das Wasser kocht und die Sauce fertig ist.

Sauce “Alla Mezzaotte”

1/3 einer kleinen Zwiebel in feinwüfelförmigem Zustand
1 Knoblauchzehe, atomisiert

1 (wenn möglich frisches) Lorbeerblatt
1/3 frische Peperoncino/Chili, atomisiert (oder die Entsprechung in Pulver)
1/2 Teeloffel (getrockneten) Thymian

2 Teelöffel rotes Pesto (italienisches)
etwa 1/3 Glas Weißwein
knapp 100 g Hackfleisch (Sorte nach Gusto)
ca. 1/2 Tasse Tomaten-Passata
bis zu 1/3 Becher Sahne

1 Teelöffel Zucker oder Honig
Salz, am besten Meersalz aus Sizilien
1 TL Aceto Balsamico (nicht den ganz teuren!)
Olivenöl

Die Zwiebel in etwas Öl in der Pfanne schmurgeln lassen, bis sie anfägt, etwas braun zu werden, dann den Knoblauch dazu. Das Lorbeerblatt, den Thymian und das Pesto dazu und weiterschmurgeln.

Damit alle der wunderbaren Aromen geweckt und hervorgelockt werden, spendieren wir ihnen das Gläschen Weißwein, dann zischen und blubbern die Kräuter und der Knoblauch in ungeahnte Höhen der Aromaleiter. Ankommende Neugierige auf später vertrösten.

Wenn die Flüssigkeit größtenteils wieder verschwunden ist, das Fleisch drin anbrutzeln, bis es anfängt, etwas braun zu werden. Nun kann man auch noch den Aceto Balsamico dazutröpfeln.

Nun wirds Zeit für die Passata, den Honig bzw. Zucker und das Salz, sich in die Pfanne zu gesellen. Die Sahne möchte erst nach einigen Momenten dazu, wenn sich alles andere gut verbunden hat.

Die Sauce sollte etwas dünner sein, als sie auf der Pasta sein soll. Diese kommt im ganz knappen al dente - Zustand in die Pfanne und wird eine oder zwei Minuten in der Sauce zuende gegart. Auch die Pasta mag die Sauce und nimmt sie gierig auf.

Dann ganz kurz vor dem Servieren etwas Olivenöl extra vergine dazuträufeln, gut vermengen.

Mit frisch geriebenem Parmiggiano oder Grana Padano gekrönt ist es ein Mahl für einen König! …und es duuuftet…mmmh.

Nun braucht man nur noch alles an die inzwischen vom Duft angelockten gierigen Massen verfüttern :D Wenn man Glück hat (oder eine gut verschlossene Tür) bekommt man selber auch was ab ;)

Buon Appetito!

Ich würde mich freuen, mal von allen euren Nachkochversuchen zu hören.

Langes Arbeiten und Spaghettata a mezzanotte

Wenn man selbstständig arbeitet, heißt das allgemein wirklich, selbst und aständig zu arbeiten… und das beinhaltet oft die Nächte.

Da wir gerade bei wichtigen geschäftlichen Dingen sind, die viele Zahlen enthalten sind die Nächte lang und man schiebt das Essen auf “wenn das hier fertig ist” und “das hier” braucht dann zwei Stunden länger… XX(

Ich hab dabei übrigens festgestellt, daß ich gegen Zahlen allergisch bin! Mein Hirn verwandelt sich nach einer gewissen Dosis in Blumenkohl…|-|

Da ich ja diejenige bei uns bin, die die zahlen bändigen muß *ächz* und mein wunderbarer Mann ja ein ausgezeichneter Koch ist, war es dann endlich 10 Minuten vor Mitternacht soweit, gestern nacht (fast heut früh)

*ta-taaah!*
*türaufgeh*

(Anmerkung: es klapperte, wuselte und duftete die viertelstunde vorher ganz ordentlich)

Spaghettata a mezzanotte!!

Eigentlich waren es keine Spaghetti, sndern handgemachte Tagliatelle mit einer wunderbaren Sauce aber seht selber, ist das nichts, nach vielen Stunden Arbeit mit knurrendem Magen? *lechz*

Gut, ich laß euch ein bißchen nöher sehen…

Dann verschwand alles recht zügig, runtergespült von einem Gläschen Roten *glucker* *rülps*

(entschuldigt die komischen Farben, aber ich knipste nur schnell zwischendurch beim Futtern :P )

Sowas macht Arbeiten bis Mitternacht leichter, bloß leider wurden die Restzahlen danach bis heute morgen zurückgestellt, doch jetzt sind se fertig! *hops*

Hoffe ich hab euch jetzt nicht den Mund zu wäßrig gemacht… ich riech die Soße immer noch, wenn ich die Bilder sehe… es waren frische Chili, Sahne, Hackfleisch, Tomaten und frischer Gartenlorbeer drin! und lauter Parmigiano drauf…könnt ich schon wieder essen :roll:

Ist das nicht toll, wenn man jemanden hat, der wie ein Sternekoch kochen kann… und das kurz vor Mitternacht nach einem Streßtag?? Njamm!